Menu

Therapiepferd "Don Diabolo"

Don Diabolo

Das Leben spüren auf Don Diabolo

Don Diabolo soll Behinderten den Alltag erleichtern

Aschaffenburger Kinderträume finanzieren Therapiepferd mit 8.000 Euro

Aschaffenburg.

Don Diabolo ist ein zehn Jahre alter Hannoveraner und befindet sich derzeit in der Ausbildung zum Therapiepferd. Dass der Reitverein Aschaffenburg das therapeutische Reiten weiterhin anbieten kann wurde durch eine Spende von 8.000 Euro des Vereins Aschaffenburger Kinderträume ermöglicht.

Seit über drei Jahren biete der Verein auf dem Reitgelände an der Schellenmühle das therapeutische Reiten an, sagt Pferdewirtschaftsmeisterin Barbara Sander. Ein knappes Dutzend Kinder und Jugendliche nutzten das Angebot und der Verein arbeite hier eng mit den behandelnden Ärzten zusammen.

„Pferd spiegelt den Menschen wieder, der vor ihm steht und mit ihm umgeht“ sagt die erfahrene Reitlehrerin. Dies zeige sich insbesondere beim Zusammenspiel zwischen dem Tier und behinderten Menschen, egal ob es sich dabei um körperliche oder geistige Behinderungen handelt oder Kinder mit Verhaltensauffälligkeiten sind.

Die Pferdebewegung sei eine dreidimensionale Bewegung und rege die Hirntätigkeit an, mobilisiere den menschlichen Körper und fördere die Balance, so die 53-Jährige. Beim therapeutischen Reiten stehe die Heilung und Förderung der geistigen, sozialen und körperlichen Entwicklung im Vordergrund und der Erwerb reiterlicher Grundkenntnisse sei deshalb zweitrangig.

Die Erfolge sprechen für sich. So konnten die Eltern eines halbseitig gelähmten Jungen feststellen, dass er durch das Reiten ein viel besseres Körpergefühl entwickelt hat. Ein anderer Junge mit autistischer Veranlagung, der normalerweise kaum spricht, äußert auf dem Reiterhof Worte und kennt manche Tieres beim Namen.

Mit Katharina Vogt (17) und Lina Schmitt (16) sei der Verein auch bei den diesjährigen Special Olympics in Baden-Württemberg gewesen. Zwei Silbermedaillen, eine Bronzemedaille und einen 4. Platz hätten die beiden Mädchen dabei mit nach Hause nehmen können.

Der Verein „Special Olympics“ unterstützt dabei Menschen mit geistiger Behinderung und Menschen mit mehrfacher Behinderung, vor allem im Sport. Ziel sei es, Menschen durch verschiedene Sportarten zusammen zu bringen, miteinander Spaß zu haben und die Teilnehmer stolz und selbstbewusst zu machen.

Katharina beispielsweise zeichne sich auf dem Reiterhof durch ihre unbeschwerte Art aus. „Ihre Fröhlichkeit und Leichtigkeit steckt alle anderen mit an“ freut sich Barbara Sander.

Aber auch alle anderen Kinder erlebten hier nicht nur eine Therapie, sondern seien nach ihren persönlichen Fähigkeiten mit eingebunden, wenn es unter anderem darum geht das Pferd zu Striegeln oder für die Reitstunde vorzubereiten.

Mit dem zahnjährigen Don Diabolo habe man einen passenden Ersatz für seinen Vorgänger River Dance gefunden, welcher aufgrund von Herzproblemen eingeschläfert werden musste.

Nachdem die Pferdetherapie durch die Krankenkassen nicht übernommen wird müssten die Kosten durch die Eltern oder Spenden finanziert werden. Deshalb sei man dem Verein Kinderträume dankbar für die Finanzierung des Therapiepferdes, so Barbar Sander.

8.000 Euro seien für einen kleinen Verein schon eine enorme Summe, sagt Lother Reichert, Vorsitzender der Aschaffenburger Kinderträume. Nachdem der Zweck des Vereins die Unterstützung schwerkranker, behinderter oder vom Krieg, Hungersnöten und Umweltkatastrophen betroffene Kinder und Jugendlichen oder anderweitig benachteiligten Kindern in der Region Aschaffenburg sei, könne man jedoch mit dieser Spende gleich mehreren betroffenen Kindern auf einmal helfen.

Drei Fragen an Barbara Sander

Sind besondere Voraussetzungen für das therapeutische Reiten zu erfüllen?

Sowohl Reitlehrer, wie auch Pferde sind hierfür speziell geschult. Ich selbst bin Pferdewirtschaftsmeisterin, sowie Reitlehrerin und habe für das therapeutische Reiten eine Zusatzausbildung für den „Reitsport für Menschen mit Behinderungen“ absolviert.

Wie sieht die Ausbildung der Pferde aus?

Die eingesetzten Pferde zeichnen sich durch eine besonders ruhige Art aus und müssen mit allen Umweltreizen vertraut sein. Da ein Pferd normalerweise ein Fluchttier ist werden sie trainiert, dass sie auf plötzlich auftretende Situationen und Geräusche gelassen reagieren und keine panischen Bewegungen ausführen.

Gibt es unterschiedliche Arten des therapeutischen Reitens?

Man unterscheidet vier Gruppen – die Hippotherapie, die heilpädagogische Förderung, die ergotherapeutische Behandlung und den Reitsport für Menschen mit Behinderungen. Derzeit bieten wir nur den